BASF-Aktie: War das schon alles?
Die BASF-Aktie fiel zuletzt durch einen steilen Anstieg seit Jahresanfang auf. Mittlerweile korrigierte sie wieder leicht und steht am Freitag aktuell bei knapp 49 €. Was ist hier zu erwarten?
Restrukturierung schreitet voran
Der Konzern verordnete sich im abgelaufenen Jahr ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm. Der neue CEO Markus Kamieth will den Konzern effizienter und resilienter aufstellen. Hierzu ist eine Aufteilung in zwei Hauptsegmente vorgesehen: Diese sind die Core Business- sowie die Standalone-Business-Einheit. Zudem soll die Agricultur-Sparte bis 2027 an die Börse gebracht werden.
In der Core Business-Einheit sind die Kernaktivitäten zusammengefasst; hier gehört BASF zu den Weltmarktführern. In der Standalone-Einheit sind die Sparten mit einem hohen Wettbewerb zusammengefasst. Hier dürfte eine umfassende Portfolio-Bereinigung erfolgen.
Der Ludwigshafener Konzern verkaufte das brasilianische Coating-Geschäft für 1,15 Milliarden US$. Das Restgeschäft dürfte ebenfalls zur Disposition stehen. Hierbei geht es um Autolacke sowie Oberflächenbehandlungen.
Für die Stabilisierung des Ludwigshafener Mutterwerkes ist eine neue Standortvereinbarung in Vorbereitung. Sie soll die 2025 auslaufende ersetzen. Dabei geht es um Einsparungen von insgesamt 1 Milliarde €. Geplant ist ein Abbau von mehreren hundert Stellen. Zudem ist eine umfangreiche Modernisierung vorgesehen. Die deutschen Standorte leiden unter hohen Personalkosten sowie einer ausufernden Bürokratie.
Schon heute ist der Chemiekonzern mit wichtigen Produktionsstätten in den wichtigsten Ländern vertreten, insbesondere in China wurden große Investitionen vorgenommen.
Zukünftig werden noch viele solcher Transaktionen erfolgen. Der dann entstehende neue Chemiekonzern dürfte deutlich profitabler sein, als dies heute der Fall ist.
Beendigung des Ukraine-Krieges könnte Kurstreiber werden
Kurz nach dem Amtsantritt von Trump als neuer US-Präsident kamen Hoffnungen auf eine baldige Friedensvereinbarung auf. Dies beflügelte die Aktien der Chemiebranche.
Die Hoffnung ist, dass die Kosten für Energie, insbesondere Gas, sowie wichtige Rohstoffe wieder billiger werden. Hier bleibt abzuwarten, ob und zu welchen Konditionen dies gelingt.
Solide Zahlen geliefert
Die Prognosewerte wurden zwar nicht alle erfüllt, insgesamt sind die vorläufigen Zahlen für 2024 vom 24. Januar jedoch zufriedenstellend ausgefallen. Der Umsatz mit 65,3 Milliarden € reduzierte sich um 5,3% gegenüber dem Vorjahr. Das operative EBITDA lag mit 7,9 Milliarden € geringfügig unter dem unteren Wert der Prognose von 8 Milliarden €.
Positiv fiel der Free Cashflow aus. Erwartet wurden 0,1 bis 0,6 Milliarden € – erzielt wurden 0,7 Milliarden €. Insgesamt machte sich das starke vierte Quartal positiv bemerkbar.
In der Summe lieferte der Konzern solide Geschäftszahlen ab.
Bis 2028 soll der Konzern wieder zu alter Stärke zurückfinden. Dann ist ein EBITDA von 10 bis 12 Milliarden € eingeplant. Der Free Cashflow soll dann auf mehr als 12 Milliarden € ansteigen.
Potenzial vorhanden
Trotz des bisherigen Kursanstiegs seit Anfang des Jahres besteht mittelfristig weiteres Kurspotenzial. Ein erstes Kursziel sollte bei 55 € liegen. Bis dahin wird es je nach Nachrichtenlage weiterhin zu hohen Kursschwankungen kommen.
Mit einer Aufhellung in der Chemiebranche dürfte im zweiten Halbjahr zu rechnen sein. Die Weltkonjunktur ist bereits wieder angesprungen. Ein Friedensabkommen in der Ukraine dürfte das Wachstum befeuern.
Was weiterhin für die BASF-Aktie spricht, ist die gute Dividendenrendite. Die Dividende soll zwar auf 2,25 € reduziert werden, dies entspricht einer aktuellen Rendite von 4,5%. Das ist immer noch ein guter Wert. Nebenbei erwähnt: Im aktuellen Report Dividenden Top-Picks 2025 werden zehn sorgfältig recherchierte Aktien vorgestellt, die das Potenzial haben, ein Dividenden-Portfolio nachhaltig zu optimieren und attraktive Renditen zu generieren.
Die Analysten sehen ebenfalls Potenzial, allerdings sind deren Kursziele unterschiedlich. Die Berenberg Bank liegt mit 52 € am unteren Ende; die DZ Bank und Bernstein Research mit jeweils 60 € führen die Liste an.
Mein Fazit: Der Kursanstieg bleibt beschwerlich, er dürfte im weiteren Jahresverlauf verstärkt an Fahrt gewinnen. Die Aktie eignet sich hervorragend für renditeorientierte Anleger.
BASF in Kürze
- BASF (WKN: BASF11) ist der nach Umsatz größte Chemiekonzern der Welt. Er ist in den sechs Segmenten Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care und Agricultural Solutions tätig.
- Neben dem Hauptwerk in Ludwigshafen am Rhein betreibt der Konzern weltweit über 230 Produktionsstandorte in mehr als 90 Ländern.
- Der 1865 gegründete Traditionskonzern ist Mitglied im DAX und aktuell an der Börse mit 44 Milliarden € bewertet.
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