BayWa-Aktie: Auch das noch
Die BayWa-Aktie kommt nicht zur Ruhe und befindet sich seit Anfang des Jahres in einem Abwärtstrend. Von dem Tiefststand Mitte März von rund 7,30 € erholte sie sich wieder. Am Mittwoch entwickelt sie sich uneinheitlich und steht aktuell bei 8,30 €. Wie ist der Stand im Sanierungsverfahren?
Geplante Restrukturierung abgesagt
Am 23. Februar wurde mitgeteilt, dass mit dem Minderheitsgesellschafter der Energy Infrastructure Partners (EIP) eine Einigung erzielt wurde. Dabei sollte EIP Mehrheitsaktionär werden.
Dies sollte im Rahmen einer Kapitalerhöhung von 150 Millionen € erfolgen, die allein von EIP erbracht wird. Diese wäre dann mit 65% Mehrheitsgesellschafter geworden; der Anteil der BayWa wäre dabei auf 35% gesunken. Zudem würde der bayerische Mutterkonzern auf ein Gesellschafterdarlehen über 350 Millionen € verzichten.
Dieser Plan ist Geschichte. Die finale Einigung scheiterte aus wirtschaftlichen Gründen. Somit bleibt die bisherige Gesellschafterstruktur erhalten.
Alternatives Finanzierungskonzept
Damit die BayWa r.e. ihre Verbindlichkeiten bis 2028 in Höhe von 435 Millionen € erbringen kann, wird jetzt an einer alternativen Finanzierung gearbeitet. Hierzu werden Verhandlungen mit den Kernbanken der Muttergesellschaft sowie der Tochter BayWa r.e. über ein Finanzierungspaket geführt. Eingebunden sind auch die beiden Großaktionäre der BayWa.
Ein Teil der neuen Finanzmittel soll direkt an die Tochter fließen. Der restliche Betrag fließt an die Muttergesellschaft, diese reicht ihn als Gesellschafterdarlehen an BayWa r.e weiter.
Mit diesem Konstrukt bleiben die Geschäftszahlen weiterhin in der Bilanz von BayWa, allerdings wird dadurch positives Eigenkapital ausgewiesen.
Diese Notlösung zeigt, wie schwer die Sanierung des bayerischen Agrarhändlers insgesamt ist. Der Vorstand gibt sich optimistisch und geht davon aus, dass die alternative Finanzierung zustande kommt. Auch an der geplanten Restrukturierung im StaRUG-Verfahren wird festgehalten.
Schrumpfkur auf profitables Kerngeschäft
Die Misere des Konzerns resultierte aus den vergangenen Expansionen. Die Zukäufe wurden über Fremdmittel finanziert. Im Zuge gestiegener Kreditzinsen geriet das bayerische Unternehmen ins Straucheln.
Mit dem Sanierungsplan erfolgt eine Konzentration auf das eigentliche Kerngeschäft. Alle anderen Beteiligungen werden veräußert. Zudem ist ein Abbau von 8.000 Stellen geplant.
Was bedeutet das für die Aktie?
Der Rückgang bis Mitte März zeigt, dass das Vertrauen der Anleger weiter gesunken ist. Der geplatzte Deal mit der EIP führt zu einem weiteren Vertrauensverlust. Viele weitere Pannen dürfen nicht mehr eintreten.
Aus meiner Sicht eignet sich die Aktie derzeit nur für risikobewusste Anleger, die Gefahr eines Scheiterns des geplanten Vorhabens besteht weiterhin. Es bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten sich ihrer Verantwortung bewusst sind und zum Gelingen beitragen.
(Ergänzend sei erwähnt: Anleger mit Interesse an innovativen Unternehmen finden in unserem exklusiven Report „3 Top-Picks“ eine sorgfältige Analyse von drei Aktien, die von wichtigen Zukunftstrends profitieren dürften.)
BayWa in Kürze
- Die bayerische BayWa AG ist ein international tätiges Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Schwerpunkte der Handelsaktivitäten sind der Agrarbereich sowie der Handel mit Solarmodulen und Solarparks.
- Der Münchener Konzern betreibt seine Geschäfte überwiegend in Deutschland, Österreich und Osteuropa. Insgesamt hat der Konzern inklusive Franchise- und Partnerfirmen mehr als 3.000 Vertriebsstandorte in 16 europäischen Ländern.
- Die im SDAX gelistete Aktie wird aktuell mit rund 298 Millionen € bewertet.
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