Siemens Energy schmiert ab, E.ON marschiert: DAX-Ausblick
Der DAX setzt die Konsolidierung fort. In der abgelaufenen Woche büßte das große deutsche Börsenbarometer unter dem Strich mehr als 400 Punkte ein und schloss -1,88% tiefer mit 22.461 Punkten. Auf der Abschussliste standen die Papier von Siemens Energy und Porsche AG, E.ON gehörten zu den wenigen Gewinnertiteln. Gehen die Korrekturen weiter oder dreht der Markt wieder nach oben?
Nach einem holprigen Wochenstart mit leichten Abgaben zog der Markt am Dienstag wieder spürbar an. Am Mittwoch drehte der Index trotz positiven Starts deutlich ins Minus und gab die Vortagesgewinne wieder ab. Neue Zollankündigungen aus dem Weißen Haus sorgten auch am Donnerstag und am Freitag für fallende Kurse.
Anleger gehen aus dem Risiko
In der zurückliegenden Woche sind die Anleger hierzulande wieder zunehmend aus dem Risiko gegangen. Bereits in der Vorwoche traten Anleger nach dem Ja im Bundestag zum deutschen Sondervermögen für Infrastruktur und Rüstung im Sinne von „Sell the News“ auf die Bremse. Die neuen US-Zölle auf importierte Autos haben die Verkäufe nun weiter angefacht.
Nun beginnt nicht nur ein neuer Monat, sondern auch ein neues Quartal. Doch die den Markt beherrschenden Themen dürften dieselben bleiben. In den USA sind dies vor allem das schwache Konsumklima und die Sorgen vor einer wieder anziehenden Inflation aufgrund der Zollpolitik der Trump-Administration.
Liberation Day im Fokus
Anleger blicken nun gebannt und zugleich mit großer Sorge auf den 2. April, der von Donald Trump seit Wochen vielsagend als „Tag der Befreiung“ („Liberation Day“) angepriesen wird. An diesem Tag will der US-Präsident ein großangelegtes Zollpaket verkünden. Fraglich ist, ob es sich dabei nur um die bereits angekündigten reziproken Zölle handelt oder ob es auch sektorspezifische Zölle geben wird.
So oder so könnte der Mittwoch eine Zäsur bedeuten für den nach dem 2. Weltkrieg etablierten liberalen Welthandel. Es ist nicht auszuschließen, dass der Handelskrieg weiter eskaliert, was die Unsicherheit vergrößern und zu einem erhöhten Risk-Off-Sentiment würde mit entsprechend negativen Folgen für Aktien.
Auch der Fortgang der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD dürfte für Anleger von großem Interesse sein. Experten fordern zügige und durchgreifende Reformen, damit die bereitstehenden Milliarden auch zu einem nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung führen und nicht im Sande verlaufen.
Flut an Konjunkturdaten
Ebenfalls von Interesse sind Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks. Aus der Eurozone erscheinen zu Wochenbeginn neue Preisdaten. Es wird erwartet, dass die Teuerungsrate im März aufgrund fallender Ölpreise hierzulande auf 2,0% und in der gesamten Eurozone auf 2,1% gesunken ist.
In den USA blicken Marktteilnehmer auf aktuelle Stimmungsdaten aus der Industrie (Dienstag) und dem Dienstleistungssektor (Donnerstag). Für das verarbeitende Gewerbe könnte der ISM-Index laut Experten unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gefallen sein. Zum Ende der Woche erscheint außerdem der neue Arbeitsmarktbericht für den Monat März. Der massive Stellenabbau in den Bundesbehörden könnte die Beschäftigung spürbar gebremst haben.
Siemens Energy im Korrekturmodus
Auf der Verliererseite ganz oben standen die Papiere von Siemens Energy und Porsche AG mit einem Wochendefizit von -10,55% bzw. -7,83%. Während die Papiere von Siemens Energy unter einem gedämpften KI-Optimismus litt, ging die Aktie von Porsche AG aufgrund der neuen US-Zölle über 25% in die Knie. Da das Unternehmen kein einziges Auto in den USA fertigt, dürfte es die Zölle besonders hart zu spüren bekommen. Die Aktie befindet sich auf einem Rekordtief.
E.ON steigen gegen den Trend
Besser lief es für die Papiere von E.ON, die nach einem Wochenplus von +5,44% auf ein Hoch seit 2015 kletterten. Die deutschen Energieversorger profitierten von bekanntgewordenen Ergebnissen aus den Koalitionsvereinbarungen von Union und SPD zum Thema Energiepolitik. Als kleine Ergänzung: In unserem exklusiven Report „Dividenden Top-Picks 2025“ finden Interessierte eine ausführliche Analyse von zehn Aktien, die das Potenzial haben, ein solides Fundament für passive Einkünfte zu bilden.
DAX setzt Korrektur fort
Der DAX befindet sich nach der Rekordrallye im Konsolidierungsmodus. Anders als bei den großen US-Indizes ist die Rekordmarke von 23.476 Punkten trotz einer Korrektur um 1.000 Punkte aber weiter in Sichtweite.
Fast erreicht ist die 50-Tage-Linie (SMA50) bei 22.331 Punkten, die seit dem Flash Crash von Anfang August 2024 nicht mehr nachhaltig durchbrochen wurde.
Somit dürfen sich Anleger auch diesmal berechtigte Hoffnungen machen, dass sich die Kurse auf diesem Niveau wieder stabilisieren, zumal sich bei 22.200/22.300 Punkten eine wichtige horizontale Unterstützung befindet.
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